Kaum hat man sich als der deutschen Sprache mächtiger Bürger mit der zunehmenden Verbreitung der “Apostrophitis” bei Genitiven und Pluralen auf seine Weise abgefunden, hält leise, aber unbeharrlich ein neues Phänomen Einzug in unsere tägliche Kommunikation. Fast wie aus Angst vor einem falsch gesetzten Genitiv-Apostroph entdeckt man immer häufiger ein gänzlich fehlendes Genitiv-s.
Da ist von “den Fallen des Internet” die Rede, von “den Geheimnissen des Islam” oder auch von “den Terroranschlägen des 11. September”. Vorbei die Zeit, in der einem die Augen schmerzten, wenn man “des Internet’s” oder “des Islam’s” lesen musste? Von Bastian Sick in seiner Spiegel-Kolumne liebevoll “Kasus Verschwindibus” genannt, breitet sich der Abschied vom Genitiv-s nicht nur im geschriebenen, sondern auch im gesprochenen Wort unvermindert aus.
Als Besucher des Bildungszentrums hätte ich bei der Einfahrt auf den Parkplatz vermutlich erst einmal irritiert auf die Bremse getreten. Aber glücklicherweise war ich zu Fuß da.
Lieber Clemens,
vielen Dank für das positive Feedback. Gerade bei Begriffen, die Eingang in die deutsche Alltagssprache gefunden haben (und auch in den Duden aufgenommen wurden), halte ich das Genitiv-s nach meinem Sprachgefühl für unerlässlich: des Computers, des Internets, des Marketings. Leider hört man mittlerweile selbst bei deutschen Begriffen sehr oft die verstümmelte Form und hat sich daher schon sehr an das fehlende Genitiv-s gewöhnt.
Beste Grüße
Bernd
Gefällt mir, der Eintrag. Er ist wunderbar kurz, und gefällt trotzdem. Wenn sich nur mehr Blogger so kurz fassen könnten.
Drauf gestoßen biin ich bei meiner Recherche nach der Genitivform von “Marketing” – ist es legitim, das s aufgrund der Eindeutschung eines englischen Begriffs wegzulassen?
Gruß
C. Poser