Wie der gut gemeinte Schuss einer E-Mail-Marketingkampagne durch Unachtsamkeit oder mangelnde Erfahrung ganz schnell nach hinten losgehen kann, beweist das Beispiel einer E-Mail, die ich jüngst erhalten habe.
Der Absender, ein Anbieter von Werbeflächen, wollte 152 Empfänger über neue Standorte seiner Werbemöglichkeiten informieren. Was er nicht bedacht hatte: Alle 152 Empfängeradressen waren für die anderen offen einsehbar. So umfangreich die Reaktionen auf diese Mail waren, so unterschiedlich waren sie dann auch. Eins ist sicher: Von einer so hohen Rücklaufquote hätte der Absender vermutlich nie zu träumen gewagt. Allerdings hat er sich die Reaktion auf seine Infomail sicher auch anders gewünscht.
Neben deutlichen Aufforderungen von Empfängern, ihre E-Mail-Adresse sofort vom Verteiler zu entfernen, gab es eine ganze Reihe von Unternehmern, die diese außer Kontrolle geratene E-Mail-Flut mit einem meist zwinkernden Auge in eine Werbeveranstaltung in eigener Sache umgekehrt haben und ihrerseits in der Antwortmail ihr Produkt angepriesen haben. Virales Marketing mal anders.
Der geprügelte Absender hat bereits nach der ersten Handvoll Reaktionen Reue gezeigt und sich bereit erklärt, pro versendeter E-Mail einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Auch eine Form von Social Marketing.
Der Fall zeigt: Eine nicht sorgsam vorbereitete und durchgeführte E-Mail-Kampagne mag zwar für jede Menge Response, Traffic und Wirbel sorgen – kann aber im schlimmsten Fall auch einen großen Imageschaden verursachen. 152 Empfänger mögen bei einem ausreichend großen Kundenstamm eine noch überschaubare Größenordnung sein. Bei sensiblen Adressen, Produkten oder größeren Verteilern sieht die Sache aber ganz schnell anders aus.
Unsere Empfehlung: Verlassen Sie sich auf die Fachleute, wenn Sie professionelles E-Mail-Marketing betreiben möchten. Es zahlt sich aus.