Nirgendwo anders, so scheint es mir, wird unsere Muttersprache seit geraumer Zeit mehr geschunden als in den sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden “Social Networks” wie wer-kennt-wen, Facebook & Co. Nicht mehr nur kryptische Abkürzungen für emotionale Bekundungen (beispielsweise HDGDL für “Hab dich ganz doll lieb”) gehören dort mittlerweile zur Standardterminologie, sondern auch die Missachtung jeglicher uns von unseren Grundschullehrern so mühsam antrainierten Orthografie- und Grammatikregeln.
Etlichen Autoren von auf den modernen Internetplattformen verfassten Beiträgen ließe sich unterstellen, ihre Umschalttaste (neudeutsch: Shift) habe einen Defekt oder klemme, weil möglicherweise zu viel taurinhaltige Limonade über die Tasten geflossen ist. Besonders kreative Schreiber betätigen die Umschalttaste hingegen scheinbar auch mitten im Wort zum Rhythmus der aus ihrem MP3-Player klingenden “Tracks”, sOdASS duRcHaUS aUFmErKSamKeiTSsTarKe Texte entstehen können. Viele Tastaturen der Generation SMS wurden auch schlicht der Tasten für die Satzzeichen beraubt. In Kombination mit etwas Phlegma, Deklinationen à la Verona und waghalsiger Syntax entsteht die moderne Community-Sprache – voilà:

Oder wie hätte vielleicht Yoda aus der Star-Wars-Trilogie gesagt: Wenn schreiben du willst, auch deinen Geist gebrauchen du musst.
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