Von der Premiummarke zum Baumarktartikel

Montag, 14. September 2009

Ed HardyDie Marke gilt derzeit noch als eines der beliebtesten Modelabels unter den Reichen und Schönen: Ed Hardy. Shirts, Caps, Schuhe und eine ganze Reihe von Accessoires tragen die auffälligen und farbenfrohen Motive des Tattoo-Künstlers Donald Edward Hardy, die er gemeinsam mit dem Stardesigner Christian Audigier zur Topmarke ausgebaut hat.

Preise von beispielsweise deutlich über 100 Euro für ein T-Shirt positionierten die Marke von Beginn an unmissverständlich im Premiumsegment. Kein Wunder, dass schnell eine Reihe von Me-too-Anbietern auf den Markt drängte, um auf der Trendwelle mitzuschwimmen. So grüßen Motive im unverwechselbaren Ed-Hardy-Style mittlerweile auch von T-Shirts für neun Euro fünfundneunzig vom Textildiscounter aus dem Industriegebiet. Dennoch: Ed Hardy behauptet sich im Modebereich weiterhin mit hochpreisigen Produkten, obwohl sich die Klientel des Labels – nicht zuletzt dank billiger Imitate – mittlerweile auch auf die weniger kaufkräftigen Schichten auszudehnen scheint.

Um so befremdlicher mutet die Markenstrategie außerhalb des Kleidungssektors an. Als ich am Wochenende in der Kfz-Abteilung eines Baumarkts stöberte, entdeckte ich ein Pappdisplay voller Ed-Hardy-Produkte, das mich erstaunt den Kopf schütteln ließ: Duftbäume, Lenkrad- und Sitzschonbezüge, Gurtpolster und jede Menge anderer Accessoires, die manch einer gern zur individuellen Gestaltung seines Fahrzeuginnenraums einsetzt, wurden hier in bester Wühltischmanier feilgeboten. Merchandising bis zum Exzess. Ob eine derartig willkürliche Produktdiversifizierung dem Image einer Premiummarke einträglich ist, erlaube ich mir allerdings zu bezweifeln. Vielleicht sind sich die Markenstrategen aber auch einfach nur der Kurzlebigkeit einer von Promis gepushten Marke bewusst. Da heißt es dann Gas geben.

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