Archive for Januar, 2010

Kreativtechniken und wie man sie einsetzt

Sonntag, Januar 24th, 2010

KreativIm Geschäftsleben tauchen immer wieder Situationen auf, in denen bewährte Lösungen und Strategien nicht zum gewünschten Erfolg führen. Möchte man von seinem Vorhaben nicht voreilig Abstand nehmen, so müssen neue, zunächst unbekannte Wege beschritten werden. Das braucht Sie nicht abzuschrecken. In vielen Bereichen, z.B. der Einführung von innovativen Produkten, oder im weiten Feld der Marketingkommunikation ist sowieso schon jeder Weg ein neuer Weg. Das Schaffen solcher Wege erfordert einen schöpferischen Geist, der von Visionen geleitet wird. Die Entstehung dieser Visionen kann man dem Zufall überlassen – und zum Beispiel darauf hoffen, beim Duschen auf ein revolutionäres Antriebskonzept zu stoßen. Oder auf eine gentechnische Methode zur Produktion von Frühstückseiern, die nicht umfallen. Schneller und sicherer gelangen Sie zum Ziel durch planmäßig eingesetzte Kreativtechniken. Dem Unbewussten bewusst auf die Sprünge zu helfen ist kein Widerspruch.

Zunächst das Selbstverständliche: Eine angenehme, entspannte Arbeitsumgebung, ein überschaubarer Zeitraum ohne telefonische Störungen und  Zeitdruck, z.B. durch eng gesetzte Folgetermine, ist Voraussetzung. In vielen Sitzungen hat sich dazu der frühe Morgen oder die Zeit vor Feierabend bewährt. Das Vorhandensein von ausreichend Kaffee und etwas Knabberzeug ist kein Fehler.

Kreativ sein kann man auch allein. Manche Menschen können es sogar nur allein. Viele Techniken sind auch von einzelnen anwendbar. Die Ideenfindung verläuft allerdings in der Gruppe effektiver, da nicht nur die quantitative Ausbeute an Ideen in der eingesetzten Zeit höher ist, sondern die Ideen sich auch gegenseitig befruchten. Je heterogener die Gruppe ist, um so vielfältiger werden die Lösungsansätze sein. Eine Größe von 15 Teilnehmern stellt die praktische Obergrenze dar. Bereits ab fünf Personen sollte sinnvollerweise mit einem Moderator gearbeitet werden.

Einige bewährte Methoden der Kreativtechnik stellt das Team von Today’s Design in seinem ausführlichen Artikel „Das Ei des Kolumbus“ vor.

Die Talentlandkarte: Grundlage für ein erfolgreiches Selbstmarketing

Donnerstag, Januar 7th, 2010

Gabriele Köhler-GräfEin Beitrag von Gabriele Köhler-Gräf

Bewerbungstraining, Check für die Bewerbungsunterlagen, Trainings für das Assessmentcenter – alles breit gefächerte Angebote auf dem Markt für Menschen an der Schwelle einer beruflichen Entscheidung. Doch damit diese unterstützenden Dienstleistungen taugen, braucht es vor allem eines: Kenntnis von dem, was der Bewerber kann, will und braucht.

Die Grundlage jeder beruflichen Veränderung muss also ein eigenes Profil sein, das Aufschluss über die eigenen Fähigkeiten, das vorhandene Wissen, die Soft Skills, Werte und notwendigen Rahmenbedingungen gibt, damit ein Mensch erfolgreich sein kann. Ein simples Beispiel: Wenn ich Make-Up ablehne und Äußerlichkeiten unwichtig finde, dann wird die Bewerbung bei einem Kosmetikkonzern spätestens im Gespräch enden, denn hier passt etwas nicht.

Bei karrierepuzzle ist der erste Schritt für die Kunden die Erstellung einer Talentlandkarte: Ein simples und doch raffiniertes Mindmap, das als Grundlage für einen Lebenslauf genutzt werden kann, das schnelle Anregung für die notwendigen Formulierungen im Anschreiben liefert und das Ideen entstehen lässt, in welchen Bereichen noch Erfahrungen fehlen. Die Talentlandkarte kann aber auch als Gegencheck für Jobangebote gute Dienste leisten: Sind alle Voraussetzungen erfüllt, die der Kunde braucht, um im neuen Job glücklich zu werden? Welche Fragen muss er im Bewerbungsgespräch klären?

Nicht zuletzt tut es unglaublich gut, einmal auf einen Blick zu sehen, was man selbst alles kann, weiß, für das Berufsleben mitbringt. Wer bewusst mit seiner Talentlandkarte arbeitet, der kann sie lebenslang ergänzen. Sie dient als Speicher für gemachte Erfahrungen, als Entwicklungsplan.

Die Talentlandkarte kann schon in der Schulzeit entwickelt werden, doch je mehr Persönlichkeit, Erfahrung und Wissen erlangt ist, um so spannender ist die Weise, wie sich ein Berufsleben „visuell entwickelt“. Und wie von selbst ist „Selbstmarketing“ ein Bestandteil des eigenen Handelns, denn wer sich seiner Ausgangsposition bewusst ist, der bringt sich anders ein.

Gabriele Köhler-Gräf ist Karrierecoach für junge Menschen. Berufliche Entscheidung auch im weiteren Karriereverlauf ist ihr Spezialgebiet. karrierepuzzle – Coaching für die Berufsentscheidung ist der bildhafte Name für ihre Arbeit, die in der Regel viele Teile zum Bild des Kunden zusammensetzt. Sie bedient sich dabei Methoden aus dem NLP, Psychodrama und der systemischen Beratung.

Ein Kreis ist ein Kreis. Oder: Was 16:9 an unseren Sehgewohnheiten ändert.

Dienstag, Januar 5th, 2010

TestbildZugegeben: Mit diesem Artikel komme ich vielleicht einige Monate zu spät. Dennoch stolpere ich ab und an noch über ein Phänomen, das mir lange Zeit Kopfzerbrechen bereitet hat.

Vor der Einführung von Fernsehgeräten im 16:9-Format waren wir alle daran gewöhnt, bei Spielfilmen mehr oder weniger breite schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand ertragen zu müssen. Vermutlich hat es die wenigsten von uns gestört; das 4:3-Format des Fernsehens zollte nun einmal diesen Tribut, sofern uns der Sender den möglichst vollen Bildinhalt zur Verfügung stellen wollte. Kaum aber standen die ersten Geräte mit dem Breitbildformat 16:9 in den Haushalten, wurden die bis noch vor einiger Zeit überwiegend im herkömmlichen 4:3-Format ausgestrahlten Sendungen per Druck auf die Fernbedienung auf die volle Bildschirmbreite „aufgeblasen“ und auf ihre maximale Breite gezogen, um die nun links und rechts des Bildes entstehenden Ränder zu vermeiden und das volle Potenzial der breiteren Bildröhre ausnutzen zu können. Das Ergebnis: Völlig verschobene Bildproportionen, die schlanke Menschen plötzlich zu wasserkopfartigen Aliens mutieren lassen, Kreise zu Ellipsen verformen und Kleinwagen fast zu Stretchlimousinen werden lassen.

Mir als besonders visuell orientiertem Menschen schmerzen diese Verformungen förmlich im Auge. Sie entsprechen nicht meinen natürlichen Sehgewohnheiten. Ein Kreis ist ein Kreis – und als solchen will ich ihn auch im Fernsehen wahrnehmen. Den Anblick mancher durchaus attraktiven Schauspielerin oder Moderatorin mag ich mir nicht durch ein erzwungenes Breitbild verleiden lassen, nur weil die Technik es hergibt. 4:3 ist 4:3 und 16:9 ist 16:9. Da nehme ich lieber zwei vertikale schwarze Balken in Kauf, die mich ja auch horizontal nie gestört haben.

Glücklicherweise werden mittlerweile fast alle Sendungen im 16:9-Format ausgestrahlt und mein Gefühl für Proportionen wird beim Fernsehen außerhalb meiner eigenen vier Wände immer seltener auf eine harte Probe gestellt. Und es wird auch kaum noch jemand in Versuchung geführt, den armen Menschen auf der Mattscheibe eine rein optische Gewichtszunahme zu verpassen.

Drohen uns ab diesem Jahr betrügerische Domainnamen?

Freitag, Januar 1st, 2010

Wie „Mashable – The Social Media Guide“ heute in seinem Blog veröffentlicht, stehen uns ab Mitte dieses Jahres möglicherweise Domainnamen ins Haus, die mit äußerster Vorsicht, weil unter Umständen in betrügerischer Absicht registriert, zu genießen sind.

Laut Mashable wird die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2010 Domainnamen zulassen, die nicht aus dem lateinischen Alphabet bestehen. Im Klartext heißt das, dass Domains künftig beispielsweise auch aus arabischen, japanischen, kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen bestehen können. Dieser für nicht-lateinische Zeichen verwendende Sprachen nicht zu bestreitende Fortschritt birgt gleichzeitig ein noch ungeahntes Potenzial für kriminelle Absichten, beispielsweise für Phishing-Sites.

Der Grund hierfür ist so einfach wie bemerkenswert: Einige Sprachen, so zum Beispiel Russisch, verwenden in ihrem Alphabet Zeichen, die wir auch aus unserem lateinischen Alphabet kennen – allerdings mit teilweise unterschiedlicher Bedeutung. Ein konkretes Beispiel: Würde die Domain „raurask.com“ in kyrillischen Zeichen registriert, erschiene sie uns, ans lateinische Alphabet gewöhnten Nutzern, als „paypacк.com“ (das kyrillische P entspricht dem lateinischen R, das Y unserem U und das C dem S). Da die modernen Betriebssysteme bzw. Browser heute meist in der Lage sind, auch die Schriftzeichen anderer Sprachen problemlos darzustellen, würde uns dieser Unterschied gar nicht auffallen. Wie auf diese Weise schnell die Rechte von Marken, die zufälligerweise Buchstaben mit Entsprechungen in anderen Schriftsystemen verwenden, ausgehebelt werden können, liegt auf der Hand.

Wie Mashable weiter schreibt, hat die ICANN bisher keine Regelungen zum Umgang oder zur Vermeidung solch kritischer Zeichenkonstellationen herausgegeben. Auch wenn natürlich nicht alle Markennamen aus den Zeichen anderer Schriftsysteme nachgebildet werden können, sollten sich Unternehmen der drohenden Missbrauchsgefahr bewusst sein, eventuelle Transkriptionsmöglichkeiten in anderen Schriften prüfen und sich entsprechende Domains im Ernstfall schnell sichern.

Nachtrag: Ich habe das im Originalartikel von Mashable verwendete Beispiel (paypal.com) nicht verwendet, da das lateinische L im kyrillischen Alphabet anders dargestellt wird: L = Л. „raural“ müsste somit als „раурал“ wiedergegeben werden.