Archive for August, 2010

Fünf Sterne für den Arbeitgeber

Donnerstag, August 26th, 2010

Die einen hadern noch mit den Verantwortlichkeiten, die anderen tun sich schwer mit der Freigabe von Budgets. Marketing, Vertrieb, PR, Human Resources? Wer hat den Hut auf, was bringt uns das eigentlich außer Ärger und wann verdienen wir endlich Geld damit?

Während viele Firmen noch damit beschäftigt sind, den Begriff „Social Media“ für sich überhaupt erst zu definieren, biegt – oft unbemerkt – der Gegenverkehr in die vermeintliche Einbahnstraße. Twitter, Facebook, YouTube & Co.: Eine Vielzahl von Unternehmen übersieht ob ihrer an Follower und Fans gerichteten Monologe, dass hinterrücks über sie getuschelt wird.

Portale, auf denen Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber bewerten, gewinnen zunehmend an Bedeutung; das ist die logische Konsequenz in den Zeiten des „Mitmach-Internets“. Ob Job-Voting, kununu, oder Evaluba: Bislang dürfte zwar noch keine dieser Seiten auch nur annähernd hohe Besucherzahlen wie die bekannten Jobportale erreichen. Auch zum Medienstar wie die geschäftlichen Networking-Plattformen (Xing oder LinkedIn) wurde noch keine dieser Communitys gekürt. Jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in dieser Sparte der primus inter pares ins Rampenlicht drängt. Dann sollten Unternehmen nicht nur wissen, welches Bild die eigenen Kunden und Interessenten malen, sondern auch, wie die Kollegen aus dem Büro nebenan über ihren Arbeitgeber denken.

Social Media erfordert eine Querschnittsfunktion. Sie geht über die reine Produkt- und Unternehmenskommunikation hinaus und muss ein Aggregator aller im Netz erzeugten und ins Netz abgegebenen Schwingungen sein. Wer verstanden hat, dass nicht nur die gebetsmühlenartig ins Internet posaunte Information an Follower und Fans zählt, sondern besonders der zum Teil öffentliche Dialog mit Kunden, Interessenten und Kritikern ein Unternehmen erlebbar zu machen vermag, hat schon die halbe Miete gezahlt. Ein ebenso großer Teil von „Social“ aber besteht darin, auch die eigenen Mitarbeiter wohlgesinnt im Web 2.0 zu wissen und sie als wesentlichen Bestandteil der eigenen Social-Media-Strategie zu begreifen.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Infografik: Die Geschichte des Internets

Freitag, August 20th, 2010

Zum Wochenende gibt’s völlig kommentarlos eine schöne Infografik zur Geschichte des Internets. Und seit wann sind Sie dabei?

MBA Online
Quelle: MBA Online

Marketingspuk auf Chatroulette

Donnerstag, August 19th, 2010

Das Internet zählt nun bereits seit Jahren zum Standardmedium, wenn es um die Promotion von Kinofilmen geht. Besonders effektiv wird die Kommunikation, wenn man innerhalb des Netzes die jeweils neuesten Kanäle zu nutzen weiß – und damit besonders große Aufmerksamkeit erzielt.

Am 27. August kommt in den USA der Film „The Last Exorcism“ in die Kinos (Start in Deutschland am 30. September 2010). Die Vorankündigung des Horrorstreifens erfolgte jedoch nicht nur über die üblichen Kanäle, sondern auch über die vor knapp einem Jahr von dem Russen Andrei Ternowski geborene Videochat-Idee „Chatroulette“. Dort trifft man gemeinhin allerlei sonderbare Gestalten – und ist dann wohl um so angenehmer überrascht, wenn plötzlich eine hübsche junge Dame freundlich vom Bildschirm lächelt …

Wie die Macher des Films das Chatportal für ihre Zwecke genutzt haben, zeigt das folgende YouTube-Video. Mehr wird nicht verraten.

Liebling des Monats: Fiat 500 by Diesel Disconnect

Freitag, August 13th, 2010

Eigentlich spricht die aktuelle Kampagne für den „Fiat 500 by Diesel“ für sich: Facebook wurde hier auf intelligente und gleichzeitig sehr humorvolle Art im realen Leben aufs Korn genommen. Ein klares „Gefällt mir“.

Fiat hält auf YouTube alle Spots zum Zeitvertreib bereit:

Chaos in der Twitterkammer

Donnerstag, August 12th, 2010

Man muss dabei sein in der Social-Media-Welt. Das gilt nicht nur für Unternehmen und mehr oder weniger mitteilungsbedürftige Privatpersonen, sondern auch für öffentliche und halböffentliche Institutionen. Wenn sie denn etwas zu sagen haben.

Auf der Suche nach einem Twitterfeed der Industrie- und Handelskammern stolpert der interessierte Follower über eine Vielzahl von Accounts, die sich – salopp ausgedrückt – wie Kraut und Rüben lesen. Allein 53 Profile, die annähernd mit der gesuchten Institution in Verbindung gebracht werden können, finden sich in der Liste – davon wiederum eine Reihe von offenbar doppelt vorhandenen, aber „toten“ Twitterprofilen. Manche Accounts tragen im Profilbild das IHK-Logo oder einen Ausschnitt daraus, andere eine frei gewähltes Motiv oder gar das Twitter-Logo als Standard-Platzhalter. Selbst IHK-kritische Nutzer schmücken sich unverblümt mit dem Logo der IHK. Und gerade mal eine Handvoll der gefundenen Kammern versorgt ihre überschaubare Anzahl von Verfolgern regelmäßig mit aktuellen Tweets. Welchem der vielen Accounts soll ich also folgen? Und warum ist die IHK Frankfurt stumm?

Eine klare Social-Media-Strategie sieht anders aus. Dabei würde sie so einflussreichen Einrichtungen wie den IHKn doch gut zu Gesicht stehen.

Ein Blumenkübel und das Netz

Freitag, August 6th, 2010

Nein, das Internet braucht sicher nicht noch einen Artikel über den unerwarteten Blumenkübel-Hype, der seit gestern im Netz für Erheiterung sorgt. Dennoch: Es ist faszinierend zu beobachten, wie eine scheinbar völlig belanglose Meldung – zur richtigen Zeit am richtigen Ort von den richtigen Personen weiterverbreitet – eine Eigendynamik entwickeln kann, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Aus dem Münsterland nach ganz Deutschland und hinaus in die große, weite Netzwelt: So schnell erlangt ein urdeutsches Wort wie „Blumenkübel“ internationale Bekanntheit und sorgt im Ausland für Verwunderung. Immerhin: Der Suchbegriff belegte gestern zeitweise Platz 5 auf der Rangliste der international am meisten in Twittermeldungen verwendeten Worte („Trending Topics“).

Es sind scheinbar unwichtige Faktoren, die den Erfolg der Verbreitung ausmachen und die Lawine ins Rollen zu bringen vermögen. War es entscheidend, wer die Nachricht aufgegriffen und über Twitter verbreitet hat? Wie ausschlaggebend war der Zeitpunkt? Konnte die Kettenreaktion nur über Twitter in Gang gesetzt werden oder wäre auch ein anderes Medium dazu in der Lage gewesen? Es ist ein bisschen Chaostheorie, aber letztlich ist es das Zusammenspiel vieler für sich genommen wenig bedeutsamer Faktoren, die etwas Großes bewirken können.

Zu diesem Thema sei das Buch „Tipping Point – Wie kleine Dinge Großes bewirken können“ von Malcolm Gladwell empfohlen. Der Autor beschreibt hier unter anderem anhand von realen Beispielen, welche Rolle verschiedene Faktoren spielen, um beispielsweise eine Ware zur Mode werden zu lassen oder Epidemien auszulösen.