Archive for the ‘Gastbeiträge’ Category

Warum Unternehmen in Social Media versagen

Freitag, November 5th, 2010

Ein Beitrag von Christian Adamek

Unternehmen nutzen heutzutage Social Media als wichtigen Kommunikationskanal, um mit ihren Kunden in den Dialog treten zu können. Doch genau an diesem Grundverständnis mangelt es in der Praxis. Denn wer in der Nutzung von Social Media die Social-Komponente ausblendet, ist in der erfolgreichen Anwendung dieser Medien zum Scheitern verurteilt. So simpel es auch klingt: Wenn Sie mit Social Media Aufmerksamkeit erzeugen wollen, reicht es nicht, ein Blog oder Facebook-Account einzurichten.

Networking als Schlüsseldisziplin
Um mit Twitter oder Facebook erfolgreich zu sein, bedarf es mehr als vielen Social-Media-Experten lieb ist: der Wille zur Interaktion mit Communitys. Glaubwürdigkeit innerhalb der Social-Media-Sphäre sinkt, sobald man um Gefallen bittet, ohne vorher aktiv an Konversationen teilgenommen zu haben. Stellen Sie sich vor, Sie melden sich in einem Forum an. In Ihrem ersten Post loben Sie mit wenigen Sätzen Ihr eigenes Unternehmen und setzen einen Link. Nach außen hin wirkt Ihr Posting wie aufdringlicher Spam – auch wenn das nicht Ihre Intention war. Doch Sie haben lediglich einen Beitrag veröffentlicht, ohne den Admin zu fragen einen Link gesetzt und bisher an keiner Forumsdiskussion teilgenommen. Das ist einseitige Kommunikation und versprüht den Charme von TV-Reparaturservice-Flyern aus Ihrem Briefkasten.

Ähnlich verhält es sich mit Social Media. Anerkennung sowie ein guter Ruf innerhalb einer Community können Sie nicht ohne kommunikative Bemühungen erzielen. Nur mit einem steten Geben und Nehmen werden Sie erfolgreich sein. Dazu gehört auch, sich mit seiner Community vertraut zu machen. Sie sprechen nicht mit einer grauen Masse, sondern mit vielen Individuen, die Sie nur besser verstehen können, wenn Sie sie kennen lernen. Das erfordert Zeit. Nehmen Sie sich diese, um Brücken zu den Menschen in ihrem virtuellen Umfeld zu bauen. Embrace the „social“ in Social Media! Es geht nicht nur ums Business, es geht um Networking und Beziehungen, die Ihr Business voranbringen werden. Pflegen Sie Ihre Freundschaften.

Konkrete Maßnahmen: Blogs, Links und Social Media
Um gewinnbringendes Networking betreiben zu können, bedarf es konkreter Ziele, die auch messbar sein müssen. Goals before posting! Für Unternehmen ist es besonders wichtig, Ihre Community näher kennen zu lernen, zu wissen, woher ihre Zielgruppen Informationen bekommen, wo sie sich im Web aufhalten und welche Plattformen sie benutzen.

Sie hosten ein Blog? Dann antworten Sie jedem (wirklich jedem!) Blogkommentar. So bauen Sie langfristig wertvolle Beziehungen zu anderen Bloggern auf und ihr Blog wird bekannter. Genauso wichtig: Content matters! Nur mit frischen und einzigartigen Inhalten auf Ihrem Blog werden Sie die Chance haben, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und virale Effekte anzukurbeln. In Sachen Suchmaschinenoptimierung sollten Sie sich um so genannte Inbound Links kümmern. Erzielen können Sie diese Links durch Ihren Kontakt zu anderen Bloggern, die Ihren Content verlinken. Diese werden zu einem höheren Ranking bei Google verhelfen und die Autorität Ihrer Website erhöhen. Social Media soll das Gesicht hinter Ihrem Unternehmen sein.

Fazit
Don’t just talk at, talk with people! Setzen Sie Ziele, die messbar sind. Um Ihre Ziele überwachen zu können, sollten unbedingt Tools aus dem Bereich Social Media Monitoring eingesetzt werden, beispielsweise Google Analytics oder Insight für YouTube. Diese Analysetools schaffen Transparenz, aus denen sich weitere Maßnahmen zur Optimierung ableiten lassen.

Christian Adamek studiert Medienwissenschaften an der Technischen Universität Berlin und ist Mitarbeiter im Online-Marketing der Internet-Plattform twago.de. Die Plattform wurde 2009 gegründet und ist Europas größter Marktplatz zur weltweiten Vermittlung von hochwertigen Online-Dienstleistern aus den Bereichen Programmierung, (Web-)Design und Unternehmensservices.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Was ist eigentlich ein Content Management System?

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Ein Beitrag von Alexander Wilms

Die meisten Webseiten kommen heute nicht mehr ohne aus – Content-Management-Systeme (CMS) sind zum Standard geworden. Aber wozu werden diese Systeme eigentlich verwendet?

Genau genommen ist eine Webseite selbst ein Computerprogramm, welches den Inhalt der Webseite beschreibt: Texte, Bilder oder Videos. Der Webbrowser liest dieses Programm ein und arbeitet die Programmierbefehle nacheinander ab. Je nach verwendeter Programmiersprache enthält dieser Code nur eine reine „statische“ Beschreibung des Seiteninhalts (z.B. HTML-Code) oder auch zusätzlichen „ausführbaren“ Programmcode, welcher der Webseite zusätzliche interaktive Funktionen ermöglicht.

Um eine Webseite im Internet zu veröffentlichen, muss zunächst der Programmcode der Seite erstellt werden. Anschließend muss dieser Code auf einen sogenannten Webserver übertragen werden, der dann die „Auslieferung“ des Codes an die Internetnutzer übernimmt.

Website

Mit speziellen Editoren, die aus einem grafischen Design den benötigten Seitencode eigenständig erstellen, ist es zwar relativ leicht, eine einfache Webseite zu erstellen, ohne Programmcode schreiben zu müssen. Jede Änderung des Seiteninhalts oder des Seitendesigns erfordert jedoch eine erneute Bearbeitung und Übertragung des Seitencodes auf den Webserver, denn der Code enthält sowohl Seiteninhalt als auch das -design. Bei großen Webseiten können so selbst kleine Änderungen schnell sehr aufwändig werden.

Für solche Seiten werden daher spezielle Content-Management-Systeme zur Erstellung und Pflege eingesetzt. Bei diesen Systemen wird das Seitendesign vom Inhalt getrennt. Das Seitendesign wird in einem sogenannten Seiten-Template definiert – vergleichbar einem „leeren“ Seitenraster ohne Text und Bilder. Zur Erfassung der Seiteninhalte, Texte und Bilder, müssen diese Inhalte zunächst in Einzelelemente strukturiert werden. Zur Erfassung der Inhalte werden dann im CMS Eingabeformulare definiert, mit deren Hilfe die Benutzer des Systems die Inhalte eingeben können. In einem dritten Schritt werden Seitendesign und Inhalt schließlich wieder zusammengeführt, indem den Seitenelementen ihr jeweiliger Platz im Seitendesign zugewiesen wird.

Content Management SystemDie Aufteilung der Inhalte in einzelne Elemente ermöglicht es, diese Elemente im Layout unterschiedlich zu darzustellen – weiß das CMS, dass ein Element eine Überschrift darstellt, kann es diesen in dem im Seiten-Template definierten Format darstellen. Die Strukturierung des Inhalts in einzelne Elemente ermöglicht es dem CMS aber auch, die Anzeige von Inhalten zu variieren – durch Definition von „Ansichten“ oder „Menüs“ kann etwa ein bestimmter Inhalt an verschiedenen Stellen der Webseite unterschiedlich angezeigt werden. Basierend auf den definierten Ansichtsregeln kann das System auch Inhalte eigenständig zusammenzustellen.

Das Content-Management-System wird in der Regel auf dem Webserver installiert und führt Inhalte und Design zu einer Webseite erst in dem Moment zusammen, wenn der Internetnutzer die Seite anfordert. Neue oder geänderte Inhalte werden so vom System selbstständig in die bestehende Seite integriert, ohne dass jeweils eine Bearbeitung des Seitencodes erforderlich ist. Die Benutzer des Systems können sich daher voll auf die Erstellung der Inhalte konzentrieren. Komfortable Content-Management-Systeme unterstützen darüber hinaus den kompletten Lebenszyklus des Inhalts mittels vordefinierter Genehmigungs-Workflows, zeitgesteuerter Aktivierung oder Deaktivierung von Inhalten, Versionierung oder umfangreicher Nutzungsstatistik.

Der Einsatz eines CMS empfiehlt sich nicht generell für jede Webseite. Die kreative Gestaltung einer Webseite wird durch die notwendige Strukturierung der Inhalte eingeschränkt, und die Einrichtung und der Betrieb des Systems erfordert Aufwand, die Änderung und laufende Pflege der Webseite wird jedoch deutlich erleichtert und beschleunigt. Soll ein CMS eingesetzt werden, muss in einem Einführungsprojekt eine genaue Analyse der Inhalte, eine sorgfältige Strukturierung der Inhalte sowie die geschickte Einbindung der Elemente in die Seiten-Templates erfolgen.

Alexander WilmsAlexander Wilms ist Spezialist für IT-Architektur, Anforderungsanalyse, Systembeurteilung und -auswahl, IT Management und Governance, Projektmanagement und Usability. Für vaya/marketing kümmert er sich um die Themen Web-Design, Web-Programmierung und Content Management.

Die Talentlandkarte: Grundlage für ein erfolgreiches Selbstmarketing

Donnerstag, Januar 7th, 2010

Gabriele Köhler-GräfEin Beitrag von Gabriele Köhler-Gräf

Bewerbungstraining, Check für die Bewerbungsunterlagen, Trainings für das Assessmentcenter – alles breit gefächerte Angebote auf dem Markt für Menschen an der Schwelle einer beruflichen Entscheidung. Doch damit diese unterstützenden Dienstleistungen taugen, braucht es vor allem eines: Kenntnis von dem, was der Bewerber kann, will und braucht.

Die Grundlage jeder beruflichen Veränderung muss also ein eigenes Profil sein, das Aufschluss über die eigenen Fähigkeiten, das vorhandene Wissen, die Soft Skills, Werte und notwendigen Rahmenbedingungen gibt, damit ein Mensch erfolgreich sein kann. Ein simples Beispiel: Wenn ich Make-Up ablehne und Äußerlichkeiten unwichtig finde, dann wird die Bewerbung bei einem Kosmetikkonzern spätestens im Gespräch enden, denn hier passt etwas nicht.

Bei karrierepuzzle ist der erste Schritt für die Kunden die Erstellung einer Talentlandkarte: Ein simples und doch raffiniertes Mindmap, das als Grundlage für einen Lebenslauf genutzt werden kann, das schnelle Anregung für die notwendigen Formulierungen im Anschreiben liefert und das Ideen entstehen lässt, in welchen Bereichen noch Erfahrungen fehlen. Die Talentlandkarte kann aber auch als Gegencheck für Jobangebote gute Dienste leisten: Sind alle Voraussetzungen erfüllt, die der Kunde braucht, um im neuen Job glücklich zu werden? Welche Fragen muss er im Bewerbungsgespräch klären?

Nicht zuletzt tut es unglaublich gut, einmal auf einen Blick zu sehen, was man selbst alles kann, weiß, für das Berufsleben mitbringt. Wer bewusst mit seiner Talentlandkarte arbeitet, der kann sie lebenslang ergänzen. Sie dient als Speicher für gemachte Erfahrungen, als Entwicklungsplan.

Die Talentlandkarte kann schon in der Schulzeit entwickelt werden, doch je mehr Persönlichkeit, Erfahrung und Wissen erlangt ist, um so spannender ist die Weise, wie sich ein Berufsleben „visuell entwickelt“. Und wie von selbst ist „Selbstmarketing“ ein Bestandteil des eigenen Handelns, denn wer sich seiner Ausgangsposition bewusst ist, der bringt sich anders ein.

Gabriele Köhler-Gräf ist Karrierecoach für junge Menschen. Berufliche Entscheidung auch im weiteren Karriereverlauf ist ihr Spezialgebiet. karrierepuzzle – Coaching für die Berufsentscheidung ist der bildhafte Name für ihre Arbeit, die in der Regel viele Teile zum Bild des Kunden zusammensetzt. Sie bedient sich dabei Methoden aus dem NLP, Psychodrama und der systemischen Beratung.

Coaching: Besonders interessant auch für Gründer und Selbstständige

Freitag, November 27th, 2009

Bernhard TilleEin Beitrag von Bernhard Tille

Viele aktuelle Studien von Arbeitsmedizinern belegen, dass die Erwerbstätigen in Deutschland, aufgrund zunehmender psychischer Belastungen am Arbeitsplatz, vermehrt unter Stress-Symptomatiken wie z.B. Schlafstörungen, Bluthochdruck, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Depressivität leiden.

Zusätzlich klagen viele Menschen – speziell in industriellen Ballungsgebieten – darüber, dass aufgrund von erhöhtem beruflichem Wettbewerb und Ängsten, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Balance zwischen Arbeit und Freizeit (Work-Life-Balance) immer mehr in eine Schieflage gerät und somit die notwendigen Erholungs-/Regenerationszeiten abnehmen.

Verstärkend hinsichtlich psychischer Belastung werden von Betroffenen auch gesellschaftliche und familiäre Werteänderungen und Paradigmenwechsel genannt. Früher als verlässlich wahrgenommene zwischenmenschliche Bezugssysteme scheinen ihre tragende Kraft zu verlieren.

Entsprechend dieser Entwicklung ist der Bedarf an Coaching in den letzten Jahren stetig angestiegen. Coaching hilft bei beruflichen und persönlichen Problemstellungen Ressourcen für Lösungen freizusetzen, die der Betroffene nicht alleine finden würde.

Auch im Bereich von Selbstständigkeit, Existenzgründung und Selbstmarketing ist häufig eine Unterstützung durch einen erfahrenen Coach sinnvoll, um gleich die richtigen Schritte zu gehen und kostenintensive Umwege zu ersparen. Sich selbst gut präsentieren zu können, vor Gruppen Vorträge zu halten, selbstsicher in Verhandlungen zu gehen, Methoden zum Konfliktmanagement zu beherrschen, motiviert auf kurz-, mittel- und langfristige Ziele zugehen zu können – auch das können Themen eines Coachings sein.

Speziell die Methode des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP) bietet auch für Selbstständige im Bereich von Kommunikations- und Verhandlungstraining, Konfliktlösung, Strategiearbeit und Zielverwirklichung umfassende Techniken zur Begleitung in Coaching-Prozessen.

Da die Berufsbezeichnung „Coach“ rechtlich nicht geschützt ist und somit jeder sich als Coach bezeichnen kann, sollten Ratsuchende auf den Nachweis einer Qualifizierung des Coaches Wert legen.

Bernhard Tille ist ein vom Deutschen Verband für NLP (DVNLP) in Berlin zertifizierter Lehrtrainer, Lehrcoach und Lehrtherapeut. Er leitet das Institut für Kommunikation und Gesundheit in Bad Homburg v.d.H. und ist unter anderem Heilpraktiker für Psychotherapie. Erfahren Sie mehr über die NLP-Ausbildungen.

Service ist das neue Marketing

Donnerstag, September 17th, 2009

Dirk ZimmermannEin Beitrag von Dirk Zimmermann

Es ist Zeit für ein neues Marketing! Bisher hat sich die Denkhaltung von Unternehmen darauf konzentriert, durch – mehr oder weniger – schöpferische, systematische und zuweilen auch aggressive Aktivitäten  – massenhaft – Kunden von den Vorzügen eigener Produkte und Dienstleistungen zu überzeugen.

Jetzt, da der „reife Kunde“ zunehmend seine individuelleren Bedürfnisse in den neuen Nischen befriedigen kann und immer häufiger direkten Einfluss auf Gestaltung und Marketing von Produkten nimmt, verlagert sich auch die Macht vom Anbieter zum Käufer. Im Zeitalter einer „neuen Nachdenklichkeit“ der Kunden, wo das schnelle Vergnügen im Konsum zumeist erlebnisreicher Produkte immer weniger gesucht wird und statt dessen eine stärkere Sinnorientierung sich in der Nachfrage breitmacht, ist eine veränderte Marktorientierung gefordert.

Ein aktueller Blick beispielsweise auf den hiesigen Telekommunikationsmarkt zeigt, dass sowohl die glückselige Verheißung unendlicher Möglichkeiten als auch der Lockruf des Preises nicht mehr punktet, denn: die Zahl der Kunden steigt, die bereit ist, für guten und verlässlichen Service ein paar Euro mehr zu investieren. Das Vertrauen, das Unternehmen gewinnen, die durch einen „Support in allen Lebenslagen“ sich genau auf die veränderten Wünsche der Konsumenten konzentrieren, ist deshalb mehrfach entscheidend: es befriedigt den direkten Bedarf und sorgt für eine neue Bedarfsweckung.

Bei allem verhilft das neue Internet „Web 2.0“ Kunden mit unabhängigen Informationen von Bewertungs- und Empfehlungs-Systemen nicht nur zu einem ungekannten Durchblick, sondern sorgt auch für maßgebliche Marketingeffekte durch eine immer enger vernetzte Kommunikation. Ein Social Bookmarking bevorzugter Unternehmen, die sich durch überzeugende Services zu „Kundenfavoriten“ entwickelt haben, wird zum Leitmotiv des zukünftigen Markterfolges.

Fazit: Service ist das neue Marketing. Kunden, die sich und ihr Leben rundherum gut versorgt fühlen und darüber berichten, sorgen für den wichtigen „Linking value“.

Dirk Zimmermann ist Gründer und Direktor des X [iks] Institut für Kommunikation und ServiceDesign® und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Entwicklung von zukunftsfähigem Service und der Gestaltung kundengerechter Kommunikation.

Der Serviceforscher hat zahlreiche Studien, Fachbeiträge und andere Publikationen in den Bereichen Marketing, Messe, Internet und Corporate Identity veröffentlicht und ist zudem Autor des Buches „Faktor Service – Was Kunden wirklich brauchen“ sowie Co-Autor des Buches „Praxis-Lexikon: eBusiness“.