Archive for the ‘Social Media’ Category

Facebook: Warum Privatprofile für Unternehmen ungeeignet sind

Freitag, Juli 1st, 2011

Häufig lässt sich beobachten, dass vor allem kleinere Unternehmen ihre Firmendarstellung auf Facebook mittels eines herkömmlichen, privaten Personenprofils statt der von Facebook speziell dafür vorgesehenen Unternehmensseite umsetzen. Weshalb ist dies nicht empfehlenswert?

Unternehmensseiten sind im Gegensatz zu privaten Profilen öffentlich zugänglich und können auch von Personen aufgerufen werden, die nicht bei Facebook registriert sind. Zwar kann man auch ein Personenprofil auf die geringste Stufe der Privatsphäre einstellen und somit öffentlich einsehbar machen, dennoch unterscheidet sich der Aufbau der beiden unterschiedlichen Seitenarten gravierend. So kann eine Unternehmensseite mit Hilfe verschiedener Zusatzfunktionen wesentlich individueller und interaktiver gestaltet werden als ein Personenprofil, das nur das bekannte Standardlayout mit den Standardfunktionen bereitstellt. Darüber hinaus bietet eine Unternehmensseite umfangreiche Werbemöglichkeiten und detaillierte Statistikfunktionen, die dem Betreiber Auskunft über die Nutzung der Seite geben.

Voraussetzung für die Einrichtung einer Unternehmensseite ist immer ein persönlicher Account bei Facebook, mit dem man dann auch Administrator der entsprechenden Unternehmensseite ist. Diesen Account gibt es in zwei Ausführungen: das persönliche Konto und das Unternehmenskonto. Wer privat mit Facebook nichts am Hut hat und sich im derzeit größten sozialen Netzwerk nicht mit seinen Freunden und Bekannten austauschen möchte, kann sich also für ein Unternehmenskonto als reinen Verwaltungsaccount entscheiden. Unternehmensseiten können darüber hinaus auch von mehreren Personen(-konten) als Administratoren verwaltet werden.

Nun könnte man als Unternehmer sagen, dass man sich mit diesen Unterschieden gar nicht im Detail auseinandersetzen und in die Verwaltung seiner Facebook-Präsenz nicht mehr Zeit investieren möchte als notwendig. Die Nutzung eines persönlichen Profils als Unternehmensdarstellung birgt aber auch einige rechtliche Risiken, die nicht unterschätzt werden sollten. So erlauben die Nutzungsbedingungen von Facebook die Verwendung eines persönlichen Profils ausschließlich für private Zwecke; eine kommerzielle Nutzung ist untersagt. Verstößt man gegen diese Vorgaben, droht im schlimmsten Fall die Sperrung bzw. Löschung des gesamten Profils. Auch Wettbewerber könnten auf die Idee kommen, die Seite wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen abmahnen zu lassen.

Ein weiterer Aspekt, der für kleinere Unternehmen auf den ersten Blick vielleicht nicht relevant erscheint, aber bei entsprechendem Erfolg irgendwann doch von Bedeutung sein kann: Die Zahl der „Freunde“ bei einem persönlichen Profil ist auf 5000 begrenzt. Unternehmensseiten hingegen können eine unbegrenzt hohe Anzahl an „Gefällt-mir“-Klicks erhalten und darüber hinaus zielgruppenspezifische Werbeanzeigen innerhalb des Facebook-Netzwerks schalten.

Nicht zuletzt ist die Seitenart auch für die Namensdarstellung entscheidend. Persönliche Profile bestehen zwingend aus Vor- und Nachnamen, was für Firmenbezeichnungen absolut ungeeignet ist (Facebook nennt zum Beispiel in vielen Aktivitätsmeldungen nur den Vornamen eines Nutzers, was bei einem in zwei Teile zerlegten Firmennamen recht merkwürdig aussehen würde).

Eine ausführliche Beschreibung über die Unterschiede der verschiedenen Seitenformen sowie zu ihrer Erstellung und Verwaltung findet man auf den Hilfeseiten von Facebook. Auch allfacebook.de hat in verschiedenen Artikeln zu diesem Thema eine sehr gute und umfangreiche Übersicht, vor allem auch zu den rechtlichen Aspekten, zusammengestellt.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum Unternehmen in Social Media versagen

Freitag, November 5th, 2010

Ein Beitrag von Christian Adamek

Unternehmen nutzen heutzutage Social Media als wichtigen Kommunikationskanal, um mit ihren Kunden in den Dialog treten zu können. Doch genau an diesem Grundverständnis mangelt es in der Praxis. Denn wer in der Nutzung von Social Media die Social-Komponente ausblendet, ist in der erfolgreichen Anwendung dieser Medien zum Scheitern verurteilt. So simpel es auch klingt: Wenn Sie mit Social Media Aufmerksamkeit erzeugen wollen, reicht es nicht, ein Blog oder Facebook-Account einzurichten.

Networking als Schlüsseldisziplin
Um mit Twitter oder Facebook erfolgreich zu sein, bedarf es mehr als vielen Social-Media-Experten lieb ist: der Wille zur Interaktion mit Communitys. Glaubwürdigkeit innerhalb der Social-Media-Sphäre sinkt, sobald man um Gefallen bittet, ohne vorher aktiv an Konversationen teilgenommen zu haben. Stellen Sie sich vor, Sie melden sich in einem Forum an. In Ihrem ersten Post loben Sie mit wenigen Sätzen Ihr eigenes Unternehmen und setzen einen Link. Nach außen hin wirkt Ihr Posting wie aufdringlicher Spam – auch wenn das nicht Ihre Intention war. Doch Sie haben lediglich einen Beitrag veröffentlicht, ohne den Admin zu fragen einen Link gesetzt und bisher an keiner Forumsdiskussion teilgenommen. Das ist einseitige Kommunikation und versprüht den Charme von TV-Reparaturservice-Flyern aus Ihrem Briefkasten.

Ähnlich verhält es sich mit Social Media. Anerkennung sowie ein guter Ruf innerhalb einer Community können Sie nicht ohne kommunikative Bemühungen erzielen. Nur mit einem steten Geben und Nehmen werden Sie erfolgreich sein. Dazu gehört auch, sich mit seiner Community vertraut zu machen. Sie sprechen nicht mit einer grauen Masse, sondern mit vielen Individuen, die Sie nur besser verstehen können, wenn Sie sie kennen lernen. Das erfordert Zeit. Nehmen Sie sich diese, um Brücken zu den Menschen in ihrem virtuellen Umfeld zu bauen. Embrace the „social“ in Social Media! Es geht nicht nur ums Business, es geht um Networking und Beziehungen, die Ihr Business voranbringen werden. Pflegen Sie Ihre Freundschaften.

Konkrete Maßnahmen: Blogs, Links und Social Media
Um gewinnbringendes Networking betreiben zu können, bedarf es konkreter Ziele, die auch messbar sein müssen. Goals before posting! Für Unternehmen ist es besonders wichtig, Ihre Community näher kennen zu lernen, zu wissen, woher ihre Zielgruppen Informationen bekommen, wo sie sich im Web aufhalten und welche Plattformen sie benutzen.

Sie hosten ein Blog? Dann antworten Sie jedem (wirklich jedem!) Blogkommentar. So bauen Sie langfristig wertvolle Beziehungen zu anderen Bloggern auf und ihr Blog wird bekannter. Genauso wichtig: Content matters! Nur mit frischen und einzigartigen Inhalten auf Ihrem Blog werden Sie die Chance haben, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und virale Effekte anzukurbeln. In Sachen Suchmaschinenoptimierung sollten Sie sich um so genannte Inbound Links kümmern. Erzielen können Sie diese Links durch Ihren Kontakt zu anderen Bloggern, die Ihren Content verlinken. Diese werden zu einem höheren Ranking bei Google verhelfen und die Autorität Ihrer Website erhöhen. Social Media soll das Gesicht hinter Ihrem Unternehmen sein.

Fazit
Don’t just talk at, talk with people! Setzen Sie Ziele, die messbar sind. Um Ihre Ziele überwachen zu können, sollten unbedingt Tools aus dem Bereich Social Media Monitoring eingesetzt werden, beispielsweise Google Analytics oder Insight für YouTube. Diese Analysetools schaffen Transparenz, aus denen sich weitere Maßnahmen zur Optimierung ableiten lassen.

Christian Adamek studiert Medienwissenschaften an der Technischen Universität Berlin und ist Mitarbeiter im Online-Marketing der Internet-Plattform twago.de. Die Plattform wurde 2009 gegründet und ist Europas größter Marktplatz zur weltweiten Vermittlung von hochwertigen Online-Dienstleistern aus den Bereichen Programmierung, (Web-)Design und Unternehmensservices.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Facebook Places: Wie Sie Ihren Aufenthaltsort nur ausgewählten Kontakten mitteilen

Mittwoch, Oktober 6th, 2010

Update vom 7. September 2011: Mit der heute erschienenen Facebook-App fürs iPhone (Version 3.5) lässt sich die Beschränkung der Sichtbarkeit direkt in der mobilen Anwendung vornehmen. Will man seinen Aufenthaltsort also nur einem bestimmten Personenkreis mitteilen, empfiehlt sich die Erstellung einer entsprechenden Liste wie weiter unten beschrieben. Die Liste lässt sich dann direkt und nun sogar fallweise in der „Orte“-Funktion innerhalb der Facebook-App auswählen. Dazu wählt man die Funktion „Orte“, klickt rechts oben auf „Wo bist du?“, wählt den entsprechenden Ort aus und tippt dann auf das entsprechende Symbol zur Einschränkung der Sichtbarkeit (siehe Abbildung rechts). Anschließend lässt sich im aufklappenden Menü die gewünschte Liste auswählen und die Sichtbarkeit der Meldung auf den in dieser Liste enthaltenen Personenkreis beschränken:

Update vom 6. September 2011: Mit der neuesten Veränderung der Privatsphäre-Einstellungen lässt sich die unten beschriebene Beschränkung auf eine bestimmte Liste nicht mehr vornehmen. Check-ins werden damit nun allen Personen angezeigt, die auch andere über die mobile Facebook-Anwendung gepostete Beiträge sehen dürfen.

Bereits mit der bloßen Ankündigung der Lokalisierungsfunktion „Places“ (deutsch: „Orte“) spaltete sich die Nutzergemeinde von Facebook in zwei Lager. Auf der einen Seite standen die, die sich die Frage stellten, weshalb sie ihren aktuellen Aufenthaltsort überhaupt im Netz veröffentlichen sollen. Auf der anderen Seite scharrten schon diejenigen Facebook-Nutzer mit den Hufen, die die Freischaltung des neuen Services in Deutschland kaum abwarten konnten. Die Nutzer der bereits seit längerer Zeit erfolgreich existierenden Lokalisierungsdienste Gowalla und foursquare (und mittlerweile auch Qype), die auf diesen Plattformen zu einem großen Teil ihren Spieltrieb befriedigt haben dürften, haben sicher mit als erste Gefallen an der nun auch in Facebook integrierten Funktion gefunden. Fest steht, dass Facebook Places bereits vor seiner Einführung eine ähnlich kontroverse Debatte um Datenschutzfragen auslöste wie Google Street View und daher schnell detaillierte Anleitungen zur korrekten Einstellung der Facebook-Privatsphäre im Netz auftauchten.

Seit dem 5. Oktober steht die Lokalisierungsfunktion „Orte“ über mobile Endgeräte wie das iPhone nun auch in Deutschland zur Verfügung, und eine ganze Reihe von Nutzern weiß noch nicht so recht, wie sie damit umgehen soll. Für die der neuen Funktion grundsätzlich neugierig und aufgeschlossen gegenüberstehenden Nutzer stellt sich schnell die Frage, welchen seiner Facebook-„Freunde“ man seinen aktuellen Aufenthaltsort gern mitteilen möchte und welchen nicht. Schließlich besteht einerseits die Gefahr, dass sich einige Freunde schnell von zu vielen standortbasierten Statusmeldungen belästigt fühlen und den Nutzer entweder im Nachrichtenstrom ausblenden oder gar komplett aus der Freundesliste streichen, sprich löschen (neudeutsch: „entfreunden“). Andererseits möchte man zwar vielleicht seinen engsten Freunden aus bestimmten Gründen mitteilen, wo man sich gerade aufhält und warum, will diese Information aber eben nicht mit allen Facebook-Kontakten teilen.

Sowohl aus beruflichen als auch privaten Gründen werde ich die neue Funktion ausgiebig testen, möchte aber nicht gleich alle meine Facebook-Kontakte mit für sie überwiegend nutzlosen Ortsmeldungen behelligen. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich eine Liste namens „Places“ angelegt, der ich nur die Kontakte zugewiesen habe, die entweder ebenfalls die Lokalisierungsfunktion benutzen oder von denen ich glaube, dass sie an meinem aktuellen Aufenthaltsort interessiert sein könnten. Somit vermeide ich, dass ich anderen „Freunden“ mit meinen Statusupdates auf die Nerven gehe und sie möglicherweise als Kontakte verliere.

Und so geht’s:
Um diese Beschränkung vorzunehmen, wählen Sie zunächst unter dem Punkt „Konto“ rechts oben in der Facebook-Menüleiste die Option „Freunde bearbeiten“.

Klicken Sie auf der folgenden Seite oben rechts auf „+ Liste erstellen“ und geben Sie Ihrer Liste im nun erscheinenden Fenster einen Namen, z.B. „Places“. In diesem Fenster können Sie gleichzeitig alle Kontakte auswählen, die dieser Liste zugeordnet werden sollen (Sie können die Liste später jederzeit bearbeiten).

Wenn Sie die Bearbeitung der Liste abgeschlossen haben, wählen Sie ebenfalls unter dem Menüpunkt „Konto“ die Privatsphäre-Einstellungen aus. Auf der nun folgenden Seite klicken Sie unterhalb der Matrix auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“ und passen Sie im nächsten Bildschirm die Einstellungen für „Orte, die ich besuche“ an, in dem Sie „Benutzerdefiniert“ auswählen:

Im nun folgenden Dialogfenster wählen Sie unter „Dies sichtbar machen für … Diese Personen“ die Option „Bestimmte Personen“ aus und geben Sie anschließend den Namen der neu angelegten Liste, z.B. „Places“ ein. Danach müssen Sie nur noch die aktuelle Einstellung speichern.

Ab sofort werden Ihre ortsbezogenen Statusmeldungen nur noch den Kontakten angezeigt, die Sie der ausgewählten Liste zugeordnet haben.

Ihren XING-Kontakten zeigen


Soziale Netzwerke im echten Leben und im Web

Montag, September 27th, 2010

Dass sich die „Sozialen Netzwerke“ im Web 2.0 von denen im echten Leben unterscheiden, ist vermutlich jedem schon aufgefallen, der sich auf Plattformen wie Facebook, wer-kennt-wen, den VZ-Netzwerken usw. tummelt. Nicht nur die Qualität der „Freunde“ ist hier eine andere, auch die Kommunikation mit ihnen weist einige Besonderheiten auf, die sich nicht eins zu eins ins echte Leben übertragen lassen. Vielleicht hat der eine oder andere von uns bei seinen Streifzügen durchs „Social Web“ sogar schon Überraschungen erlebt, mit denen er aufgrund seiner Lebsenserfahrung aus der Zeit ohne Netz nicht gerechnet hätte.

Worin genau die Unterschiede in der Kommunikation mit unseren Offline- und Online-Freundeskreisen bestehen, beschreibt Paul Adams, User Experience Researcher bei Google in Kalifornien, detailliert und anschaulich, aber vor allem leicht verständlich in einer umfangreichen Präsentation.

Fünf Sterne für den Arbeitgeber

Donnerstag, August 26th, 2010

Die einen hadern noch mit den Verantwortlichkeiten, die anderen tun sich schwer mit der Freigabe von Budgets. Marketing, Vertrieb, PR, Human Resources? Wer hat den Hut auf, was bringt uns das eigentlich außer Ärger und wann verdienen wir endlich Geld damit?

Während viele Firmen noch damit beschäftigt sind, den Begriff „Social Media“ für sich überhaupt erst zu definieren, biegt – oft unbemerkt – der Gegenverkehr in die vermeintliche Einbahnstraße. Twitter, Facebook, YouTube & Co.: Eine Vielzahl von Unternehmen übersieht ob ihrer an Follower und Fans gerichteten Monologe, dass hinterrücks über sie getuschelt wird.

Portale, auf denen Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber bewerten, gewinnen zunehmend an Bedeutung; das ist die logische Konsequenz in den Zeiten des „Mitmach-Internets“. Ob Job-Voting, kununu, oder Evaluba: Bislang dürfte zwar noch keine dieser Seiten auch nur annähernd hohe Besucherzahlen wie die bekannten Jobportale erreichen. Auch zum Medienstar wie die geschäftlichen Networking-Plattformen (Xing oder LinkedIn) wurde noch keine dieser Communitys gekürt. Jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in dieser Sparte der primus inter pares ins Rampenlicht drängt. Dann sollten Unternehmen nicht nur wissen, welches Bild die eigenen Kunden und Interessenten malen, sondern auch, wie die Kollegen aus dem Büro nebenan über ihren Arbeitgeber denken.

Social Media erfordert eine Querschnittsfunktion. Sie geht über die reine Produkt- und Unternehmenskommunikation hinaus und muss ein Aggregator aller im Netz erzeugten und ins Netz abgegebenen Schwingungen sein. Wer verstanden hat, dass nicht nur die gebetsmühlenartig ins Internet posaunte Information an Follower und Fans zählt, sondern besonders der zum Teil öffentliche Dialog mit Kunden, Interessenten und Kritikern ein Unternehmen erlebbar zu machen vermag, hat schon die halbe Miete gezahlt. Ein ebenso großer Teil von „Social“ aber besteht darin, auch die eigenen Mitarbeiter wohlgesinnt im Web 2.0 zu wissen und sie als wesentlichen Bestandteil der eigenen Social-Media-Strategie zu begreifen.

Ihren XING-Kontakten zeigen