Es ist keine Seltenheit, dass eine Agentur von ihrem Kunden ein Logo “in druckfähiger Form” anfordert, “am Besten als Vektorgrafik in 4c”. Bei der Vielzahl der existierenden Dateiformate und unterschiedlichen Farbsysteme kann ein Laie da schnell den Überblick verlieren.
Es würde hier zu weit führen, den Unterschied zwischen Vektor- und Bitmapgrafiken (auch Raster- oder Pixelgrafik genannt) erschöpfend zu beschreiben. Für technisch Interessierte sei hier Wikipedia empfohlen: Vektorgrafik, Rastergrafik. Für eine saubere Reproduktion eines Logos, z.B. im Offsetdruck, eignen sich Vektorgrafiken – meist tragen diese die Dateiendung .eps – am Besten. Rastergrafiken eignen sich nur dann, wenn sie in der endgültigen Größe (also in derselben Größe, wie sie später im Druck erscheinen sollen) eine Auflösung von mindestens 300 dpi, also 300 Bildpunkten pro Zoll, aufweisen und kein verlustbehaftetes Kompressionsverfahren (wie z.B. bei JPG/JPEG) benutzen. Es genügt also nicht, ein Firmenlogo einfach von der Internetseite des Unternehmens zu kopieren, da diese Grafiken in der Regel nur eine Auflösung von 72 dpi aufweisen. Vektorgrafiken können im Gegensatz zu Bitmapgrafiken ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößert (oder verkleinert) werden.
Darüber hinaus ist es für den Druck wichtig, dass die Datei im richtigen Farbsystem vorliegt. Im Allgemeinen werden Druckerzeugnisse im Vierfarbdruck (auch bekannt als CMYK, 4c oder Euroskala) hergestellt. Soll also eine farbgetreue Wiedergabe des Logos erfolgen, sollten die Farben in der Vektordatei bereits im CMYK-Format angelegt sein. Eine automatische Konvertierung aus anderen Farbsystemen (z.B. RGB) in CMYK ist in den meisten Programmen zwar möglich, trifft aber selten den korrekten Farbton. RGB-Daten sind somit für den Druck in aller Regel ungeeignet und nur für die Darstellung auf dem Bildschirm vorgesehen.
Für eine saubere Reproduktion eines Firmenlogos im Offsetdruck gilt also als Faustregel:
> Die Datei sollte als Vektorgrafik vorliegen (z.B. EPS)
> Die Farben sollten in CMYK (bzw. Sonderfarben) angelegt sein
> Bei Bitmapgrafiken muss die Auflösung mindestens 300 dpi betragen (z.B. als TIF/TIFF)