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Missverstandene Anglizismen

Mittwoch, Mai 6th, 2009

anglizismenEnglischsprachige Worte oder ganze Phrasen gelten gemeinhin als modern, schick und demonstrieren Weltoffenheit – so mag man zumindest glauben. Spätestens seit Bekanntwerden eines der größten Missverständnisse um den englischen Slogan einer großen Parfümeriekette wissen wir aber, dass englische Botschaften von großen Teilen der Zielgruppe nicht immer richtig verstanden werden: „Come in and find out“ wurde von den Befragten allzu oft mit „Komm rein und finde wieder raus“ übersetzt, was sicher nicht ganz die Absicht des Absenders war.

Nicht nur international operierende Unternehmen müssen sich daher die Frage stellen, ob die Zielgruppen in ihren Märkten tatsächlich in der Lage sind, Sinn und Inhalt einer fremdsprachlichen Werbebotschaft richtig zu verstehen. In vielen Fällen ist es ratsam, die Botschaft der Sprache und auch den Gepflogenheiten des Empfängers anzupassen – getreu dem in den 1990er Jahren gern propagierten Motto „Think global, act local“. Während wir in Deutschland zum Beispiel bedenkenlos die „Liebe zum Automobil“ pflegen können, wird ein Spanier spätestens bei der Verwendung des Wortes „amor“ in Verbindung mit einem Auto eher stutzig und kann sich bestenfalls für „pasión“, also die Leidenschaft, erwärmen.

Wie auch andere englischsprachige Werbeslogans missverstanden werden, zeigt eine Untersuchung der Endmark GmbH bei rund 1.000 Befragten zwischen 14 und 49 Jahren aus dem Jahr 2006: Nur 38 Prozent verstanden den Slogan „Freedom of speech“ von BASE korrekt als „Redefreiheit“. Die Mehrzahl der Befragten übersetzte zum Beispiel mit „Frieden der Geschwindigkeit“ oder „Rede in Frieden“. Burger Kings „Have it your way“ wurde von einigen Befragten mit „Hast du deinen Weg?“ oder „Nimm’s mit auf den Weg“ übersetzt – nur knapp ein Viertel der Befragten konnte den Slogan korrekt mit „Mach’s auf deine Weise“ interpretieren. Oder wie schrieb doch ein Schulfreund seinerzeit in einer Englischklausur: „The story is written in short and pregnant paragraphs“ – vielleicht ist es ja das, was man unter „inhaltsschwanger“ verstehen darf …

Lesen Sie demnächst in unserem Beitrag „Andere Länder, andere Sitten“, worauf Werbungtreibende bei ihrer Kommunikation mit anderen Kulturkreisen – zum Beispiel in Asien, Afrika und Osteuropa – unbedingt achten sollten.