Posts Tagged ‘Sprache’

Die Macht der Worte

Mittwoch, April 13th, 2011

Durch einen Tweet von @derWebarchitekt wurde ich auf dieses Video aufmerksam. Die Aussage des Films ist zwar schon einige Jährchen alt und in Werberkreisen nicht unbekannt, dennoch finde ich die Umsetzung so außerordentlich gelungen, dass mir das Video einen Beitrag wert ist:

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Über die Lebendigkeit der Sprache

Dienstag, Oktober 12th, 2010

Durch einen Beitrag im Blog der „Textzicke“ (ja, sie nennt sich selbst so!) wurde ich auf einen Videoclip aufmerksam, in dem sich der Brite Stephen Fry zur Lebendigkeit der Sprache äußert.

Zunächst war ich wieder einmal überwältigt von Stephen Frys Erzählkunst und von seinem Talent, einen Text so vorzutragen, dass man dem Sprecher förmlich an den Lippen klebt. Stundenlang könnte ich seiner Stimme und seinem Englisch lauschen. Aber: Was Fry über die lebende Sprache sagt, teile ich nur ansatzweise.

Ja, Sprache lebt. Das muss auch so sein, damit sich eine Gesellschaft weiterentwickeln kann. Neue Wortschöpfungen, Umdeutungen von Begriffen und auch zeitgemäße Anpassungen von Orthografie und Grammatik haben ihre Daseinsberechtigung. Allerdings ist Sprache doch viel mehr als nur reine Inhaltsvermittlung. Sprache besitzt ihre ganz eigene Ästhetik, sie kann manipulieren, kann Wert- oder Geringschätzung ausdrücken, sie kann Gefühle vermitteln, sie kann provozieren. Sprache ist Kommunikationsmittel, aber auch Kunst. Sie kann sowohl trivial sein als auch äußerst komplex.

Es hat meines Erachtens jedoch nichts mit Pedanterie zu tun, wenn man den Nuancenreichtum und die Feinheit einer Sprache mittels bestimmter Grundsätze zu bewahren versucht und in gewisser Weise sogar dafür kämpft, dass sich die (Mutter-)Sprache nicht auf ein Mindestvokabular ohne Regelwerk verstümmeln lässt. Dazu gehört meiner Meinung nach aber sehr wohl auch das Einhalten von Konventionen, die im Laufe der Zeit aus unterschiedlichsten Gründen getroffen wurden. Gerade das bewusste Brechen dieser Übereinkünfte kann dann jedoch wiederum zu einem eigenen Stilmittel der Kommunikation werden. Viele vermeintlich starre Regeln ermöglichen es doch überhaupt erst, nackten Inhalten den gewünschten Feinschliff zu geben. Ein Werbeslogan wie „Deutschlands meiste Kreditkarte“ konnte beispielsweise nur deshalb entsprechende Aufmerksamkeit erregen, weil er durch falsche Grammatik bewusste oder unbewusste Irritation auslöste.

Mit der Sprache ist es doch wie mit einem guten Wein. Natürlich schmeckt auch der Rote für 2,99 Euro vom Discounter irgendwie nach Wein. Wer aber echten Genuss schätzt, weiß, dass er dafür üblicherweise ein paar Euro mehr auf den Tisch legen muss. Besoffen machen am Ende beide.

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Kreativtechniken und wie man sie einsetzt

Sonntag, Januar 24th, 2010

KreativIm Geschäftsleben tauchen immer wieder Situationen auf, in denen bewährte Lösungen und Strategien nicht zum gewünschten Erfolg führen. Möchte man von seinem Vorhaben nicht voreilig Abstand nehmen, so müssen neue, zunächst unbekannte Wege beschritten werden. Das braucht Sie nicht abzuschrecken. In vielen Bereichen, z.B. der Einführung von innovativen Produkten, oder im weiten Feld der Marketingkommunikation ist sowieso schon jeder Weg ein neuer Weg. Das Schaffen solcher Wege erfordert einen schöpferischen Geist, der von Visionen geleitet wird. Die Entstehung dieser Visionen kann man dem Zufall überlassen – und zum Beispiel darauf hoffen, beim Duschen auf ein revolutionäres Antriebskonzept zu stoßen. Oder auf eine gentechnische Methode zur Produktion von Frühstückseiern, die nicht umfallen. Schneller und sicherer gelangen Sie zum Ziel durch planmäßig eingesetzte Kreativtechniken. Dem Unbewussten bewusst auf die Sprünge zu helfen ist kein Widerspruch.

Zunächst das Selbstverständliche: Eine angenehme, entspannte Arbeitsumgebung, ein überschaubarer Zeitraum ohne telefonische Störungen und  Zeitdruck, z.B. durch eng gesetzte Folgetermine, ist Voraussetzung. In vielen Sitzungen hat sich dazu der frühe Morgen oder die Zeit vor Feierabend bewährt. Das Vorhandensein von ausreichend Kaffee und etwas Knabberzeug ist kein Fehler.

Kreativ sein kann man auch allein. Manche Menschen können es sogar nur allein. Viele Techniken sind auch von einzelnen anwendbar. Die Ideenfindung verläuft allerdings in der Gruppe effektiver, da nicht nur die quantitative Ausbeute an Ideen in der eingesetzten Zeit höher ist, sondern die Ideen sich auch gegenseitig befruchten. Je heterogener die Gruppe ist, um so vielfältiger werden die Lösungsansätze sein. Eine Größe von 15 Teilnehmern stellt die praktische Obergrenze dar. Bereits ab fünf Personen sollte sinnvollerweise mit einem Moderator gearbeitet werden.

Einige bewährte Methoden der Kreativtechnik stellt das Team von Today’s Design in seinem ausführlichen Artikel „Das Ei des Kolumbus“ vor.

Drohen uns ab diesem Jahr betrügerische Domainnamen?

Freitag, Januar 1st, 2010

Wie „Mashable – The Social Media Guide“ heute in seinem Blog veröffentlicht, stehen uns ab Mitte dieses Jahres möglicherweise Domainnamen ins Haus, die mit äußerster Vorsicht, weil unter Umständen in betrügerischer Absicht registriert, zu genießen sind.

Laut Mashable wird die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2010 Domainnamen zulassen, die nicht aus dem lateinischen Alphabet bestehen. Im Klartext heißt das, dass Domains künftig beispielsweise auch aus arabischen, japanischen, kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen bestehen können. Dieser für nicht-lateinische Zeichen verwendende Sprachen nicht zu bestreitende Fortschritt birgt gleichzeitig ein noch ungeahntes Potenzial für kriminelle Absichten, beispielsweise für Phishing-Sites.

Der Grund hierfür ist so einfach wie bemerkenswert: Einige Sprachen, so zum Beispiel Russisch, verwenden in ihrem Alphabet Zeichen, die wir auch aus unserem lateinischen Alphabet kennen – allerdings mit teilweise unterschiedlicher Bedeutung. Ein konkretes Beispiel: Würde die Domain „raurask.com“ in kyrillischen Zeichen registriert, erschiene sie uns, ans lateinische Alphabet gewöhnten Nutzern, als „paypacк.com“ (das kyrillische P entspricht dem lateinischen R, das Y unserem U und das C dem S). Da die modernen Betriebssysteme bzw. Browser heute meist in der Lage sind, auch die Schriftzeichen anderer Sprachen problemlos darzustellen, würde uns dieser Unterschied gar nicht auffallen. Wie auf diese Weise schnell die Rechte von Marken, die zufälligerweise Buchstaben mit Entsprechungen in anderen Schriftsystemen verwenden, ausgehebelt werden können, liegt auf der Hand.

Wie Mashable weiter schreibt, hat die ICANN bisher keine Regelungen zum Umgang oder zur Vermeidung solch kritischer Zeichenkonstellationen herausgegeben. Auch wenn natürlich nicht alle Markennamen aus den Zeichen anderer Schriftsysteme nachgebildet werden können, sollten sich Unternehmen der drohenden Missbrauchsgefahr bewusst sein, eventuelle Transkriptionsmöglichkeiten in anderen Schriften prüfen und sich entsprechende Domains im Ernstfall schnell sichern.

Nachtrag: Ich habe das im Originalartikel von Mashable verwendete Beispiel (paypal.com) nicht verwendet, da das lateinische L im kyrillischen Alphabet anders dargestellt wird: L = Л. „raural“ müsste somit als „раурал“ wiedergegeben werden.

Beim Lesenlernen helfen: Mentor-Hessen e.V.

Mittwoch, Dezember 2nd, 2009

Mentor Hessen e.V.Schreib- und Leseschwächen sind so alt wie die Schrift. In den Zeiten des Internets schreiben und lesen wahrscheinlich mehr Menschen als je zuvor. In Foren, sozialen Netzwerken und anderen Plattformen des Web 2.0 fallen Schwächen im Umgang mit der Sprache allerdings immer häufiger und deutlicher auf.

Der Verein „Mentor – die Leselernhelfer e.V.“ setzt dort an, wo Bildungspolitik, Lehrer und Eltern an ihre Grenzen stoßen. Mentor versteht sich als Initiative von Freiwilligen, die gesunden Menschenverstand besitzen, Kinder und die deutsche Sprache lieben und Verantwortung übernehmen wollen. Die Initiative fördert die Lese- und Sprachkompetenz von Mädchen und Jungen zwischen 6 und 16 Jahren. Dabei arbeiten die ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren mit Kindern aus allen Schultypen. Den Schwerpunkt bilden Grund- und Hauptschüler.

Freiwillige, die gern lesen und gern mit Kindern arbeiten, wenden sich an Mentor. Der gemeinnützige Verein stellt das Konzept interessierten Schulen vor. Mit Unterstützung des Lehrerkollegiums finden sich schließlich Mentoren und Schüler. Lehrer haben zuvor förderungswürdige Schüler empfohlen. Ein bis zwei Mal wöchentlich treffen sich dann Mentoren und Schüler in der Schule – in Freistunden oder nach dem Unterricht – über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten zum gemeinsamen Lesen.

Nach fünf Jahren „Mentor“ berichten die Verantwortlichen von erfreulichen Resultaten: Bereits nach sechs Monaten gemeinsamen Lesens und Lernens verbessern sich die Deutschleistungen der Mädchen und Jungen in der Regel um eine Note.

Wenn auch Sie Interesse daran haben, die Sprachkompetenz unserer Kinder zu fördern oder Mitglied bei den Leselernhelfern zu werden, besuchen Sie die Webseite von Mentor-Hessen e.V.

Lieblingsspot des Tages: „Welt Kompakt“

Donnerstag, November 5th, 2009

Welt Kompakt„Wir haben 10.000 Fotos auf unserer Platte, aber keine Zeit, sie anzusehen. Wir haben Musik für 21 Tage nonstop, aber keinen Urlaub mehr. Und wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen.“

Dieses Zitat aus einer Serie von Radiospots für „Welt Kompakt“ hat mich heute beim Auto fahren ein wenig nachdenklich gemacht. Haben sich unsere Werte im digitalen Zeitalter mittlerweile wirklich dermaßen drastisch verschoben? Haben Information und zwischenmenschliche Kommunikation noch denselben Wert und dieselbe Qualität wie noch vor zehn Jahren? Blicke ich selbst auf die Entwicklung meines Informations- und Kommunikationsverhaltens seit der Nutzung des Internets zurück, erkenne ich durchaus einen deutlichen Wandel im Umgang mit Nachrichten und Menschen. Kommunikation findet häufiger, schneller und öffentlicher statt, aber oftmals auch unverbindlicher, weniger intensiv und vertrauensvoll. Und dabei stehen wir erst am Anfang eines neuen Kommunikationszeitalters. Wohin geht die Reise?

Ist die deutsche Sprache krankenhausreif?

Mittwoch, Juni 24th, 2009

Nirgendwo anders, so scheint es mir, wird unsere Muttersprache seit geraumer Zeit mehr geschunden als in den sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden „Social Networks“ wie wer-kennt-wen, Facebook & Co. Nicht mehr nur kryptische Abkürzungen für emotionale Bekundungen (beispielsweise HDGDL für „Hab dich ganz doll lieb“) gehören dort mittlerweile zur Standardterminologie, sondern auch die Missachtung jeglicher uns von unseren Grundschullehrern so mühsam antrainierten Orthografie- und Grammatikregeln.

Etlichen Autoren von auf den modernen Internetplattformen verfassten Beiträgen ließe sich unterstellen, ihre Umschalttaste (neudeutsch: Shift) habe einen Defekt oder klemme, weil möglicherweise zu viel taurinhaltige Limonade über die Tasten geflossen ist. Besonders kreative Schreiber betätigen die Umschalttaste hingegen scheinbar auch mitten im Wort zum Rhythmus der aus ihrem MP3-Player klingenden „Tracks“, sOdASS duRcHaUS aUFmErKSamKeiTSsTarKe Texte entstehen können. Viele Tastaturen der Generation SMS wurden auch schlicht der Tasten für die Satzzeichen beraubt. In Kombination mit etwas Phlegma, Deklinationen à la Verona und waghalsiger Syntax entsteht die moderne Community-Sprache – voilà:

wer-kennt-wen

Oder wie hätte vielleicht Yoda aus der Star-Wars-Trilogie gesagt: Wenn schreiben du willst, auch deinen Geist gebrauchen du musst.

Der stille Abschied vom Genitiv-s

Dienstag, Mai 26th, 2009

genitiv-s1Kaum hat man sich als der deutschen Sprache mächtiger Bürger mit der zunehmenden Verbreitung der „Apostrophitis“ bei Genitiven und Pluralen auf seine Weise abgefunden, hält leise, aber unbeharrlich ein neues Phänomen Einzug in unsere tägliche Kommunikation. Fast wie aus Angst vor einem falsch gesetzten Genitiv-Apostroph entdeckt man immer häufiger ein gänzlich fehlendes Genitiv-s.

Da ist von „den Fallen des Internet“ die Rede, von „den Geheimnissen des Islam“ oder auch von „den Terroranschlägen des 11. September“. Vorbei die Zeit, in der einem die Augen schmerzten, wenn man „des Internet’s“ oder „des Islam’s“ lesen musste? Von Bastian Sick in seiner Spiegel-Kolumne liebevoll „Kasus Verschwindibus“ genannt, breitet sich der Abschied vom Genitiv-s nicht nur im geschriebenen, sondern auch im gesprochenen Wort unvermindert aus.

Als Besucher des Bildungszentrums hätte ich bei der Einfahrt auf den Parkplatz vermutlich erst einmal irritiert auf die Bremse getreten. Aber glücklicherweise war ich zu Fuß da.